Herrenwanderfahrt auf Saar und Mosel vom 16.9.-23.9.2000

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Am Samstag, den 16.9.2000 reisen 10 Hoyaer Ruderer per PKW von Hoya nach Trier, einer kommt mit dem Zug vom Bodensee, 2 weitere Ruderer aus Melk in Österreich sind unsere Gäste. Bei der RG Trier wird deren vereinseigene Barke übernommen und die Fahrt wird fortgesetzt nach Saarburg, wo wir im „Hotel Villa Keller“ ein ausgezeichnetes Quartier beziehen. Das Hotel liegt direkt an der Saar neben dem Bootshaus des RV Saarburg. Am Abend wird in dem zur Gaststätte umgebauten Pferdestall des Hotels bei gutem Essen, heimischen Wein und Bier mit den Österreichern über vergangene Rudertouren gesprochen.

Am Sonntag Morgen wird die Barke nach Merzig gebracht, um dort zu Wasser gelassen zu werden. 10 Ruderer besteigen das Boot, 3 übernehmen den Landdienst um die PKW zurück zu transportieren und um die Barke an den Schleusen anzumelden. Trotz des einsetzenden Regens sind die Ruderer guter Laune und werden – nachdem sie die Saarschleife durchrudert haben - an der Schleuse Mettlach 11,00m tiefer geschleust. Der Landdienst fährt zum Aussichtspunkt Cloef oberhalb der Saarschleife und genießt den weiten Blick über die beiden Schenkel der Saar. Noch einmal muss geschleust werden. In Serrig beträgt der Hub 14,00m!  Am Sportboothafen Saarburg ist für diesen Tag die Etappe beendet.

Der nächste Morgen zeigt sich von einer freundlicheren Seite, es ist trocken. Die Fahrt auf den letzten 10 km der Saar wird bei relativ guter Strömung wieder aufgenommen. Bevor die Saar in die Mosel mündet wird an der Schleuse Kanzem ein Hub von 11,75m überwunden. Das erste Kilometerschild an der Mosel trägt die Zahl 200 und zeigt damit die Entfernung zum Rhein an. Direkt nach der ersten Moselschleuse beginnt die Stadt Trier, wo wir im Bootshaus der RG unsere Mittagspause verbringen. Von der ältesten deutschen Stadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus der römischen Geschichte sehen wir leider nur sehr wenig. Die Tagestour wird bei Sonnenschein im Sportboothafen Schweich beendet.

Am 3. Rudertag hat der Landdienst die große Aufgabe, vier PKW und Bootsanhänger zum neuen Quartier nach Alf zu überführen. Die traditionelle Unterkunft des RVH ist das Weingut Busch Gästehaus „Herrenberg“. Wesentlich besser haben es die Ruderer. Nach dem Morgennebel werden sie von den Strahlen der Herbstsonne aufgewärmt und bei guter Laune gehalten. Jetzt liegen zu beiden Seiten des Flusses Weinberge an steilen Hängen und am Ufer viele Weinorte mit bekannten Namen wie Trittenheim, Neumagen und Piesport. Auch ihre Geschichte reicht bis in römische Zeiten zurück. An der Staustufe Wintrich ist das Ziel für diesen Tag erreicht. An der Sportbootschleuse wird die Barke vertäut.

Am Mittwoch morgen begibt sich der gesamte Tross zurück zur Schleuse, die wir selbst bedienen können. So sind wir von der Berufsschifffahrt unabhängig. Das geht auch an allen folgenden Schleusen. Nach wenigen Kilometern setzt Regen ein, der uns den ganzen Tag mehr oder wenig heftig verfolgt. Zur Mittagspause stellen wir uns beim Bernkasteler RV unter, um wenigstens Obst und Getränke im Trockenen zu genießen. Wir setzen unsere Fahrt fort. Der Regen beflügelt uns. Jeder ist nass bis auf die Knochen und so wird ohne Pausen kräftig gerudert um nicht auszukühlen. Als die Schleuse Enkirch erreicht wird, läuft das Wasser am Körper herunter bis in die Schuhe und alle Ruderer freuen sich auf die warme Dusche in der Unterkunft. Am Abend bietet Herr Busch uns eine Weinprobe an, in der wir auch viele allgemeine interessante Informationen über den Weinanbau erhalten.

Am Donnerstag hat es Gott sei Dank aufgehört zu regnen. Nach kurzer Zeit sehen wir in Reil am Ufer 3 Vierer liegen, deren Mannschaft gerade die Boote fertig macht. Wir grüßen mit einem 3fachen Hipp Hipp Hurrah. Bald danach beginnt die 12 km lange Moselschleife, genannt „Zeller Hamm“. So liegt die Marienburg sowohl bei Flusskilometer 94 als auch bei 83, wir sehen sie von beiden Seiten. In Alf wird der Landdienst gewechselt, der jetzt halbtagesweise eingeteilt ist. So hat die 2. Gruppe Gelegenheit den kleinen Ort Beilstein zu besichtigen. Wegen seiner alten Häuser und engen steilen Gassen wurden hier viele Filme gedreht. An der Schleuse Fankel ist das Tagesziel erreicht. Die Barke wird an der Sportbootschleuse festgemacht.

Als der letzte Rudertag hier wieder beginnt, können wir verfolgen, mit welcher Leichtigkeit ein Schuber 2 Leichter mit jeweils ca. 2000T aus der Schleuse fährt. Obwohl an beiden Seiten jeweils etwa 20 cm Platz ist, scheint der Schiffsführer arbeitslos. Bequem sitzt er in seinem Sessel und beobachtet Schiff und Bildschirme, ohne die Hand an Steuerrad oder irgendeinen Hebel zu legen. Ganz so leicht ist das für uns nicht. Wir müssen uns in der kleinen Schleuse mit Paddelhaken halten und mit diesen vorsichtig – ohne mit Innenhebeln hängen zu bleiben – heraustasten. Bei der Ortsdurchfahrt Cochem lassen wir uns treiben, um den Blick auf die Stadt mit der darüber liegenden Burg zu genießen. In „Pommern“ wechselt zum letzten Mal der Landdienst und wir sehen, dass 2 weitere Barken auf der Moseltour sind. Zur Mittagspause liegen sie am Ufer. Die Mannschaft ist nicht zu sehen. Die Landschaft hat sich etwas geändert. Es sind weniger Weinberge zu sehen, die Ortschaften sind auch nicht mehr so herausgeputzt. Unsere Rudertour ist dann auch gegenüber dem Ort Hatzenport nach 216 Kilometern beendet, wo wir an einer alten Fährstelle die Barke wieder aus dem Wasser nehmen. Eine Mannschaft bringt sie zurück nach Trier. Nach dem Abendessen löst sich die Gruppe langsam auf, die ersten 3 Ruderer machen sich auf den Heimweg. Der Rest verabschiedet sich am nächsten Morgen voneinander. Während 2 Ruderer nach Melk fahren, treten alle anderen ihre Reise nach Hoya an.

Teilnehmer: Fred Droegmöller, Klaus Freudiger, Michael König, Peter Ludwig, Dieter Meyer, Hartmut Nullmeyer, Hans Oelschläger, Hendrik Oelschläger, Kurt Schaade, Herbert Schröder, Armin Weyde

Gäste aus Melk: Helmut Hauck und Gernot Müller